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  • Förderturm Klenzeschacht – Ein lebendiges Wahrzeichen für Hausham

    • Erstellungsdatum: 02.10.2018
    • Oberbayern
Wer nach Oberbayern fährt, der erwartet malerische Dörfer und Kirchen mit Zwiebeltürmen. Etwas anders präsentiert sich die Gemeinde Hausham zwischen Miesbach und Schliersee. Weithin sichtbar als Zeichen der Bergbauvergangenheit des Ortes überragt der Förderturm Klenzeschacht die Gemeinde. Der denkmalgeschützte Turm befindet sich in Privatbesitz und wurde bislang weder touristisch noch anderweitig genutzt. Zugleich sucht das Bergbaumuseum Hausham nach einer neuen Bleibe. Was liegt da näher, als direkt an den Ort des historischen Geschehens zu ziehen? Eine Gruppe engagierter Akteure setzt sich dafür ein, dass Haushams Wahrzeichen umfassend saniert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Darunter der Bürgermeister Jens Zangenfeind, der Eigentümer Markus Kurzmann, der Architekt Johann Wegmann, sowie Dr. Wolfgang Bloch und Franz Gregor vom Interessenskreis Bergbau – Museum Hausham e.V.
Die Gemeinde Hausham hat eine besondere Geschichte: Von 1860 bis 1966 wurde hier im Grubenbau Pechkohle abgebaut. Die Spuren des Bergbaus zeigen sich bis heute architektonisch und in der Größe und Sozialstruktur. Hervorragendes Merkmal Bergbaugeschichte in der Gemeinde Hausham ist der ehemalige Förderturm Klenzeschacht. Dieses von Herrn Prof. Schupp in den Jahren 1934 bis 1937 geplante und errichtete Industriebauwerk ist einzig in seiner Art. Zwei weitere Bauwerke von Prof. Schupp („Zeche Zollverein, Essen“ und „Bergwerksanlage Rammelsberg, Goslar“) zählen heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Gelegen zwischen der Erlebnisdestillerie Lantenhammer und der Slyrs Destillerie sowie dem Wasmeier Museum, böte der Förderturm mitsamt Bergbaumuseum ein abwechslungsreiches Schlechtwetterprogramm und reiht sich in eine Kette von Attraktionen in der Region.
2017 wurde der ansässige Architekt Johann Wegmann mit einer Konzeptarbeit und einer Kostenschätzung beauftragt. Neben dem Bergbaumuseum mit Erlebnisstollen und Aussichtsplattform sieht dieses erste Grobkonzept weitere Nutzungen etwa für Kleinkunst vor. Ziel ist es, die Bergbautradition in einem lebendigen Kontext zu vermitteln, der Raum lässt für kulturelle Veranstaltungen, Wanderaustellungen, Kunst und „Kreativräume.“
Als nächste Schritte werden für das in Oberbayern einzigartige kleine Industriegebiet in Hausham ein ISEK (Integriertes Städtisches Entwicklungskonzept) und im Rahmen der Alpenmodellregion Schlierach/Leitzachtal ein kreatives Nutzungskonzept für den Förderturm samt Nebengebäuden erarbeitet.

Projektdaten

Projektgebiet
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Miesbach
Gemeinden: Alpen-Modellregion Schlierach/Leitzachtal