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  • Alpen-Modellregion Weitnau/Missen-Wilhams startet in die Projektphase

    • 23.08.2018
    • Schwaben
Seit der Förderbescheid für den vom Gemeindeverbund Weitnau und Missen-Wilhams gewonnenen Wettbewerb zur Alpen-Modellregion im März 2018 eingetroffen ist, können die im Wettbewerb eingebrachten Projektideen nun vorangetrieben werden.

Seit der Förderbescheid für den vom Gemeindeverbund Weitnau und Missen-Wilhams gewonnenen Wettbewerb zur Alpen-Modellregion im März 2018 eingetroffen ist, können die im Wettbewerb eingebrachten Projektideen nun vorangetrieben werden. 75 Prozent der Kosten für Planung und Konzeptionierung werden dabei vom Freistaat Bayern übernommen. Die Gesamt-Fördersumme beträgt 330.000 Euro. Dabei ist erklärtes Ziel, unternehmerische Köpfe aus der Bürgerschaft zu motivieren, gemeinsam mit Bürgermeistern, Gemeindeverwaltung und anderen Akteuren Projekte zu gestalten und voranzutreiben.

In verschiedenen Arbeitsgruppen, die aus engagierten Bürgern, den Bürgermeistern und nach Bedarf aus Fachexperten bestehen, werden nun Projektideen weiterentwickelt. Sie sind zum großen Teil im Leitbildprozess der Gemeinde Weitnau entstanden und in die Bewerbung zum Wettbewerb als Alpen-Modellregion eingeflossen sind. Weitere Projektideen stammen aus der Gemeinde Missen-Wilhams, die gemeinsam mit der Marktgemeinde Weitnau den Wettbewerb gewonnen hat. Beide Gemeinden bilden eine Verwaltungsgemeinschaft. Weitere Projektpartner in der Alpen-Modellregion sind die Westallgäuer Waldbesitzervereinigung und die Allgäuer Bergbauern-Milch eG.

Folgende Visionen aus der Bewerbung zur Alpen-Modellregion sind im Moment schon in konkrete Projekte eingeflossen oder werden auf ihre Machbarkeit hin überprüft:
  • Ortskernentwicklung
Im Bereich der Ortskernentwicklung arbeitet eine Projektgruppe an langfristigen Perspektiven für eine Steigerung der Attraktivität der Weitnauer Dorfmitte.
  • Kommunales Ökokonto
Bei Bauvorhaben müssen die dort entstehenden, ökologischen Nachteile durch die Aufwertung von Ausgleichsflächen ausgeglichen werden. Dieser Ausgleich wird über ein kommunales Ökopunkte-Konto abgewickelt. Die Aufwertung soll neben der bisherigen kommunalen Nutzung für Bürger, Tourismus und Landwirte sichtbar und nach Möglichkeit nutzbar gemacht werden.
  • Kommunaler Wald
Gemeinsam mit dem Projektpartner Waldbesitzervereinigung Westallgäu sollen Projekte zur regionalen Holznutzung geprüft und vorangetrieben werden.
  • Weißtannen-Projekt
Die Westallgäuer Waldbesitzervereinigung plant ein Projekt, die Weißtannen-Bestände im Allgäu zu fördern und zu etablieren. Der Waldumbau von Fichtenwäldern in Mischwälder mit tiefwurzelnden Baumarten wie Weißtanne und Laubbäumen soll die Waldbestände resistenter machen gegen Stürme, Trockenzeiten und andere Naturkatastrophen im Gefolge des Klimawandels. Dazu sollen Informationspunkte über die Vorteile der nachhaltigen Weißtannennutzung installiert werden, ausgehend von der Gemeinde Weitnau bis hinüber zum Westallgäu und die Bodenseeregion.
  • Entwicklung einer Dachmarke
Zur Verbesserung der Identifikation mit der Alpen-Modellregion Weitnau/Missen-Wilhams nach innen und der Attraktivität nach außen wird eine Dachmarke entwickelt. Leitthema dieser Dachmarke soll der Pioniergeist des Allgäuers Carl Hirnbein sein, der von seinem Lebensmittelpunkt Weitnau und Missen-Wilhams ausgehend, im 19. Jahrhundert die Landwirtschaft und den Tourismus im Allgäu revolutionierte.
  • Carl-Hirnbein-Naturerlebnisweg
Das Konzept des seit vielen Jahren bestehenden und sehr beliebten Erlebniswegs zwischen Weitnau und Missen-Wilhams soll überarbeitet, modernisiert und als Rundweg erweitert werden.
  • Freizeitareal Widdumbereich
Als Ausgangs- oder Zielpunkt des Carl-Hirnbein-Erlebniswegs ist das Widdumareal für Weitnau von zentraler, touristischer Bedeutung. Die Weiterentwicklung des Widdumbereiches soll dabei mit der Modernisierung des Carl-Hirnbein-Wegs verzahnt werden.
  • Erlebnisbauernhof
Ein Bioland-Arche-Hof mit Direktvermarktungsbetrieb und Schulungsangebot für Schulen und Firmen soll in die Dachmarke eingegliedert werden. Denkbar ist hier die Verknüpfung des Pioniergedankens mit speziell darauf zugeschnittenen Hof-Themenführungen.
  • Jugendtreff
Sowohl in Weitnau wie auch in Missen-Wilhams wird immer wieder der Bedarf nach Räumlichkeiten für die Jugend artikuliert. Eine Projektgruppe soll Kontakte zu Jugendlichen herstellen und Möglichkeiten sowohl organisatorischer wie auch räumlicher Art ausloten.
  • Fahrradfreundliche Gemeinde
Die Vernetzung des bereits vorhandenen Radwegenetzes in den Gemeinden Missen-Wilhams und Weitnau soll weiterentwickelt werden. In einer Karte sollen Radwege und andere Attraktionen im Bereich Rad wie Pumptrack, Mountainbike-Trails oder Sehenswürdigkeiten im Bereich der Radstrecken dargestellt werden. Auch eine Verbindung zu anderen Akteuren des Tourismus wie Gastronomie, Museen, Freizeitangebote wird angestrebt.
  • Heimat im Alter
Leben und Wohnen im Alter ist ein Thema, das in einer alternden Gesellschaft von grundlegender Bedeutung ist. Die Alpen-Modellregion Weitnau/Missen-Wilhams will die in den Gemeinden vorhandenen Möglichkeiten prüfen und weiterentwickeln, die selbstbestimmtes Leben im Alter auf dem Dorf ermöglichen.
  • Milch aus den Alpkönigsdörfern
Mit der Allgäuer Hof-Milch GmbH gibt es in Missen einen modernen Pionier der Milchwirtschaft, der mit dem Premiumprodukt Heumilch eine Nische besetzt. Hier ist Ziel, den Bezug zur Landwirtschaft in den beiden Alpkönigsdörfern zu erweitern und damit kleinstrukturierte, bäuerliche Milchviehbetriebe durch eine höhere Wertschöpfung zu stützen.
  • Die Alpkönigdörfer - das Land, wo Milch und Honig fließen
Zur Erhaltung der für Bürger und Touristen gleichermaßen wertvollen Allgäuer Kulturlandschaft leisten Kuh und Biene, respektive Bauer und Imker einen wichtigen Beitrag. Hier über eine Verknüpfung der beiderseitigen Interessen und eine gemeinsame Vermarktung von Milch und Honig eine Win-Win-Situation zu schaffen, ist der Ansatz dieser Vision.